Zustimmung für Impfpflicht gegen Masern

Breite Zustimmung für Spahns Vorstoß für eine Masern-Impfpflicht: Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hält es für richtig, dass Bundesgesundheitsminister Spahn eine Pflichtimpfung gegen Masern einführen will.

„Es ist eine gute Nachricht, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Impfpflicht für Masern plant“, sagte Montgomery dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Montagsausgaben). Bei hohen Durchimpfungsraten sei es möglich, einzelne Krankheitserreger regional und sogar weltweit zu eliminieren.

Montgomery fügte hinzu: „Leider ist diese Botschaft noch immer nicht bei allen Impfgegnern angekommen. Diese Menschen gefährden nicht nur sich selbst und ihre Kinder, sie schaden auch der Gesellschaft als Ganzes. Das muss ein Ende haben.“ Spahns Vorstoß für eine Masern-Impfpflicht sei deshalb „ein wichtiger Schritt zur richtigen Zeit“.

Auch seitens des GroKo-Partners SPD kann Spahn kann bei seinen Plänen für eine Impfpflicht gegen Masern auf die Sozialdemokraten zählen. SPD-Chefin Andrea Nahles signalisierte Unterstützung für Spahns Gesetzentwurf: „Gut, dass Minister Spahn zügig handelt und die Bundesregierung schnell ein Gesetz beschließen will“, sagte Nahles der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe).

Es gehe auch um eine „Schutzpflicht“, sagte Nahles weiter. „Die individuelle Freiheit hat ihre Grenzen dort, wo sie die Gesundheit vieler anderer gefährdet. Daher finde ich es wichtig, bei sehr ansteckenden Krankheiten wie Masern eine Impfpflicht einzuführen.“ Diese etwa auch mit Bußgeldern durchzusetzen, wird von der SPD mitgetragen.

Auch Kinderärzte begrüßen Impfpflicht-Pläne

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat den Vorstoß des Gesundheitsministers begrüßt. „Wir unterstützen das Vorhaben des Gesundheitsministers ausdrücklich“, sagte der Bundessprecher des Verbands, Hermann Josef Kahl, der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe).

„Wir brauchen aber eine generelle Impfpflicht, um nicht nur bei Masern die kritischen 95 Prozent zu erreichen und diese Krankheit endlich ausrotten zu können.“ Wichtig sei dabei insbesondere, dass sich auch Ärzte, ihre Mitarbeiter, Hebammen sowie das Personal in Schulen und Kitas vollständig gegen alle gängigen Krankheiten impfen lasse, sagte Kahl. Er forderte zudem die Einführung eines Impfregisters. „Auch wenn jetzt eine Pflicht nötig ist, wäre der mittelfristig elegantere Weg ein nationales Impfregister. Dann bekämen die Menschen Erinnerungen an aufzufrischende Impfungen“, sagte Kahl.

Als Hauptproblem machte er nicht Impfgegner sondern schlecht nachgehaltene Impftermine aus. „Das größte Problem sind heute nicht die Impfgegner. Die Impfquote ist vor allem wegen des schlechten Terminmanagements zu gering“, sagte Kahl.

Bei jedem Arztbesuch solle künftig der Impfpass mitgenommen werden. Das Phänomen sogenannter Masernpartys, bei denen Eltern gesunde Kinder mit infizierten Kindern zusammenbringen, verurteilte er scharf. „Masernpartys grenzen an Körperverletzung. Sie gehören zu dem Dümmsten, was man seinen Kindern antun kann“, sagte Kahl.

Spahn will verpflichtende Masern-Impfungen für Kita- und Schulkinder mit Geldstrafen von bis zu 2.500 Euro und einem Ausschluss vom Kita-Besuch durchsetzen. Die Maßnahmen sind laut eines Berichts der „Bild am Sonntag“ Teil des Gesetzentwurfs, den der CDU-Politiker nun vorlegte.