Wohnen im Alter: Deutsche wollen eigene Wohnung oder Haus nicht aufgeben

Aktuelle Umfrage „Wohnen im Alter“: Deutsche wollen im eigenen Haus oder der Wohnung unabhängig bleiben – Großteil träumt vom Leben im Grünen. Die Wohnsituation im Alter ist ein Thema, mit dem sich die Deutschen nur ungern beschäftigen. Die meisten Menschen wollen in den letzten Lebensjahren unabhängig bleiben und ihre Angehörigen nicht mit der Pflege belasten. Umgekehrt wollen viele nicht unbedingt ihre pflegebedürftigen Verwandten bei sich einquartieren. Nur bei den eigenen Eltern machen die Deutschen eine Ausnahme. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Immobilienportals „ImmobilienScout24“ zum Thema „Wohnen im Alter“ unter 1.025 Teilnehmern.

Unabhängigkeit zählt

Nur 39 Prozent der Befragten können sich vorstellen, im Alter die eigene Wohnung oder das Haus aufzugeben, um in ein Altersheim zu ziehen. Für 61 Prozent ist ein Leben in einer Senioreneinrichtung dagegen undenkbar oder sie sind unentschlossen.

Leben auf dem Land bevorzugt

Auf die Wahl der zukünftigen Wohnsituation im Alter hat die Familie in Deutschland nur einen geringen Einfluss. Gerade einmal 14 Prozent der Befragten geben in der ImmobilienScout24-Umfrage an, am liebsten bei ihren Kindern oder Verwandten leben zu wollen, wenn sie einmal auf Hilfe angewiesen sind. Eine eigene altersgerechte Wohnung mit ambulanter Pflege, das Wohnen in einer Seniorenresidenz oder betreutes Wohnen werden mit jeweils 24 Prozent bevorzugt. Die Familie muss sich auch dem Traum von einem Leben auf dem Land (31 Prozent) oder einer Kleinstadt (28 Prozent) geschlagen geben. Lediglich 23 Prozent antworteten, dass ihnen ihr Wohnumfeld im Alter egal sei, solange sie in der Nähe ihrer Angehörigen wohnen würden. Bei den 50- bis 65-Jährigen sind es sogar nur 17 Prozent.

Eltern ja, Schwiegereltern nein

Was die Aufnahme pflegebedürftiger Verwandten anbelangt, zeigen sich die Deutschen ebenfalls nicht sehr offen. Für knapp die Hälfte der Befragten kommt es auf die jeweilige Situation an, 21 Prozent lehnen es kategorisch ab, Angehörige bei sich wohnen zulassen. Nur ein Drittel würde der Umfrage zufolge pflegebedürftige Verwandte bei sich aufnehmen und zu Hause pflegen. Die eigenen Eltern werden erwartungsgemäß gegenüber den Schwiegereltern bevorzugt (89 versus 36 Prozent).

Wenig Vorsorge für das Wohnen im Alter

Besonders große Sorgen um ihre Wohnsituation im Alter scheinen sich die Deutschen jedoch insgesamt nicht zu machen. So haben knapp die Hälfte der Befragten noch keine Vorsorgemaßnahmen für den goldenen Lebensabschnitt getroffen. Immerhin 30 Prozent der Umfrageteilnehmer haben eine Versicherung abgeschlossen und rund 10 Prozent die finanzielle Vorsorge für einen Platz in einer Senioreneinrichtung getroffen.