Single-Haushalte: In Deutschland wohnen immer mehr Menschen allein

Deutschland belegt bei Single-Haushalten in den europäischen Ländern einen Spitzenplatz. In Deutschland gibt es so viele Single-Haushalte wie in kaum einem anderen Land Europas.

Rund 40 Prozent aller Haushalte sind Einpersonenhaushalte, so das Ergebnis eines europaweiten Vergleichs des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden. Lediglich in Dänemark mit einem Anteil von 46 Prozent und in Norwegen (41 Prozent) wohnen Personen in dieser Art des Haushaltstyp noch häufiger alleine. Im südlichen und östlichen Ländern Europas ist der Anteil an Einpersonenhaushalte deutlich niedriger. So wird beispielsweise in Portugal, Spanien oder Griechenland nur etwa jeder fünfte Haushalt von einer Person bewohnt.

Regional unterschiedlich ist auch die Altersstruktur der Single-Haushalte. Während in Deutschland und im Norden nur ein Drittel der Einpersonenhaushalte von Menschen über 64 Jahren geführt wird, sind es in einigen Ländern Ost- und Südeuropas hingegen mehr als die Hälfte. Während im südlichen Teil des Kontinents also vorwiegend alte Menschen alleine leben, sind Einpersonenhaushalte im Norden Europas eher ein Phänomen jüngerer Altersgruppen.

Laut BiB bleiben in den südeuropäischen Ländern viele junge Menschen relativ lange im Haushalt ihrer Eltern wohnen, während ihre Altersgenossen in Nord- und Westeuropa früher von zuhause ausziehen. Außerdem gäbe es immer mehr Menschen, auch Ältere, die sich trotz Partnerschaft bewusst für getrenntes Wohnen entscheiden.