Rheinland-Pfalz: Immobilienverband fordert engagiertere Wohnungsbaupolitik

Steigende Mieten und Kaufpreise prägen den Immobilienmarkt in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz. Besonders in den urbanen Zentren sind signifikante Mietsteigerungen zu verzeichnen. Der Immobilienverband Deutschland IVD West fordert von der Landespolitik ein größeres Egagement bei der Förderung von bezahlbarem Wohnraum und setzt dabei Hoffnungen in die neue Ministerpräsidentin und profilierte Sozialpolitikerin Malu Dreyer.

Anlässlich seines Neujahrsempfangs am 24. Januar in Mainz macht der Immobilienverband Deutschland, IVD West, auf die problematische Lage am Mainzer Immobilienmarkt aufmerksam und fordert von der Landespolitik mehr wohnungsbaupolitisches Engagement für ganz Rheinland-Pfalz. „Es besteht großer Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für Familien und Studenten,“ verdeutlicht der Pressesprecher des IVD West für Rheinland-Pfalz, Gerhard Reiss, und fordert Konsequenzen auf politischer Ebene. Auch landesweit sei die Lage dramatisch, nur weniger als einem Drittel des berechtigten Personenkreises stünden Sozialmietwohnungen zur Verfügung. Reiss: „Mainz ist die 10.-teuerste Stadt in Deutschland, mit einem eklatanten Defizit bei seniorengerechten und barrierefreien Wohnungen. Auf allen Ebenen müssen wir politisch auf die neuen sozialen Anforderungen reagieren. Unsere neue Ministerpräsidentin kennt sich auf diesem Feld ja bestens aus.“

Bis 2020 werden in der Landeshauptstadt Studien zufolge circa 1.500 Wohnungen fehlen. Zudem wurden über 50 Prozent der vorhandenen Wohnungen vor 1970 gebaut. Allein diese beiden Fakten verdeutlichen, wie dringend Investitionen in den Bereichen Neubau und Sanierung vonnöten sind. Besonders vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung: Denn das Statistische Landesamt prognostiziert bis 2060 einen Bevölkerungsrückgang von 20 Prozent auf etwa 3,2 Millionen Einwohner. Mehr als die Hälfte wird dann 65 Jahre und älter sein, aktuell beträgt dieser Anteil rund ein Drittel. „Doch wird der langfristige Bevölkerungsschwund in den nächsten Jahren nichts am Wohnraumbedarf ändern, denn der Trend zu Singlehaushalten hält ungebrochen an. Die Landeshauptstadt Mainz müsste sich daher als mieter-und wohneigentumsfreundliche Hauptstadt profilieren.“ Gerhard Reiss fordert weiterhin ein einheitliches Wohnungsgesetz für RLP zur Bündelung aller Fördermaßnahmen sowie verbesserte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, um den Wohnungsneubau anzukurbeln.

Von der Bundespolitik erhofft sich Reiss eine deutliche Aufstockung der für den sozialen Wohnungsbau vorgesehenen Mittel. Darüberhinaus solle die schwarzgelbe Regierungskoalition bis zur Bundestagswahl eindeutig Position beziehen gegen die von der SPD und ihrem Kanzlerkandidaten aufgestellten Forderungen zur Regulierung bei Neuvermietungen. „Solche Vorschläge schrecken Investoren ab. Der Wohnraum würde noch knapper als bisher und die Mieter am Ende die Leidtragenden – das Mietniveau ist dann vielleicht niedriger, aber freie Wohnungen gibt es trotzdem nicht.“

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