Partizipation nur mäßig – alles nur Protest?

Baukultur – der Blick auf Prozesse und Partizipation: Die Bundesbürger beteiligen sich nur mäßig bei Planungsvorhaben am Wohnort.

29% der Bürger nutzen Unterschriftenaktionen als Mittel der Bürgerbeteiligung. Immerhin 19% nehmen an Versammlungen von Bürgervereinen oder einer Bürgerinitiative teil. Nur 16% haben bereits an einer öffentlichen Anhörung über Planungsvorhaben oder Baumaßnahmen teilgenommen.

Diese Ergebnisse sind das Resultat einer repräsentativen Forsa-Umfrage zur Stadt- und Wohnumfeldentwicklung im Auftrag der Bundesstiftung Baukultur. „Wir entdecken da Widersprüche in Wahrnehmung und tatsächlichem Verhalten der Bürger“, so Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur. „Laut der Forsa-Umfrage haben wir bundesweit eine eher mäßige Beteiligung bei Planungsvorhaben aber in der öffentlichen Wahrnehmung eine weit verbreitete Protesthaltung der Bundesbürger gegen große Planungsvorhaben oder Baumaßnahmen“, so Nagel weiter. „Wir stellen allerdings auch ein wachsendes Interesse der Bürger an Bauvorhaben fest und das ist sehr zu begrüßen, denn nur ein offener Dialog führt zu besseren Ergebnissen.“

Eine große Mehrheit der Bevölkerung informiert sich regelmäßig über Bauprojekte in ihrer Umgebung und insgesamt 76% der Deutschen fühlen sich ausreichend über Bauvorhaben informiert. Die mit Abstand wichtigsten Informationsquellen über Baumaßnahmen am Wohnort sind hierbei mit 76% die lokale Tageszeitung und mit 73% persönliche Gespräche mit Nachbarn, Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen.

„Daher beleuchten wir mit unserer Baukulturwerkstatt am 24. Mai in Berlin Themen wie Planungs- und Entwicklungsmanagement, Wettbewerbe, Bürgerdialoge und Baupflege“, ergänzt Nagel. Wie können Synergien zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern entstehen? 70% der Bürger machen immerhin die Politik hauptverantwortlich für Bauverzögerungen. Wie schafft man öffentliche Akzeptanz? Und wie kann fehlerhafte Planung erkannt und vermieden werden?

Baukulturwerkstatt „Planung & Prozessqualität“
Samstag, den 24. Mai 2014 von 10-17 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10 in 10557 Berlin

Die Ergebnisse der Werkstatt fließen in den Baukulturbericht ein, den die Stiftung im Sommer dem Bundestag zum Stand des Bauens und der Baukultur in Deutschland vorlegen wird. Die Teilnehmer können mit den Werkstattdiskussionen Einfluss nehmen auf den Baukulturbericht.

Anmeldungen zur kostenfreien Baukulturwerkstatt „Planungskultur und Prozessqualität“ unter www.bundesstiftung-baukultur.de.