Kunst | Münchener Museum Villa Stuck präsentiert sich neu

Bereits um die Jahrhundertwende galt Bayerns Metropole München mit singulären Künstlerpersönlichkeiten wie Franz von Stuck und Franz von Lenbach bis später hin zu den Mitgliedern des Blauen Reiters als die Wiege der Moderne. Heute wird dieses Erbe weitergepflegt und in der zeitgenössischen Kunst fortgeschrieben. 1897 baute sich Münchens letzter Malerfürst, der erst 34-jährige Franz von Stuck eine luxuriöse, klassizistisch geprägte Jugendstilvilla , für die er auch das gesamte kostbare Interieur vom Raumschmuck bis zu den Möbeln entwarf. Seine Entwürfe sorgten international für Furore und wurden 1900 auf der Pariser Weltausstellung mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Das Künstlerhaus ist heute als Gesamtkunstwerk ein Museum und widmet sich mit Ausstellungen nicht nur der Kunst des 19. Jahrhunderts, sondern präsentiert parallel auch künstlerische Positionen der Moderne und internationaler zeitgenössischen Kunst, Fotografie und Design.

Im Frühjahr 2014 kehrten zahlreiche Exponate von der Franz von Stuck Ausstellung im Frye Art Museum, Seattle aus den Vereinigten Staaten zurück. Dies nahm man im Museum Villa Stuck zum Anlass für eine erweiterte Ausstellungs-Konzeption, die mit bisher nicht gezeigten Schätzen aus der Sammlung, Schenkungen und Neuankäufen die Präsentation in den prachtvoll restaurierten Historischen Räumen ergänzt. Der Rundgang durch die Historischen Räume und das Alte Atelier umfasst jetzt auch die ehemaligen Schlafzimmer von Franz und Mary Stuck. Ausgestellt werden Gemälde, Plakate, Zeichnungen, Druckgraphiken, Skulpturen und Fotografien aus allen Schaffensperioden. Ziel ist, einen Einblick zu geben in das universale Schaffen Franz von Stucks, der als einer der wichtigsten Wegbereiter der Moderne gilt.

Neues Format startet: Prominente Begegnungen

Anlässlich der erweiterten Sammlungspräsentation „Der Prozess – wie Moderne entsteht“ veranstaltet das Museum Villa Stuck unter dem Titel „Prominente Begegnungen“ eine Reihe außergewöhnlicher Führungen durch das Gesamtkunstwerk Villa Stuck und die aktuelle Sonderausstellung. Ziel ist es, im Dialog mit exponierten Vertretern unterschiedlicher „artes liberales“ – provokant oder subtil – neue Perspektiven zu eröffnen und Standpunkte jenseits der bekannten kunsthistorischen Bewertung mit den Gästen zu diskutieren.

Am Freitag, 31. Oktober findet die erste von drei Dialogführungen in diesem Jahr statt. Besucher können sich per Mail villastuck@muenchen.de oder 089 / 45 55 51 45 anmelden. Die Führung inklusive Eintritt beträgt 6 Euro.