Mehr als Hälfte klagt über Störungen im Job

Über häufige Störungen bei der Arbeit klagen mehr als die Hälfte der Beschäftigten im gesamten Dienstleistungssektor. 52 Prozent der Beschäftigten klagen über ungewollte Unterbrechungen, wie aus einer Studie der Gewerkschaft Ver.di hervorgeht. Die Folgen sind gewaltiger Stress, Arbeitshetze sowie zunehmende psychische Belastungen und ein Rückgang qualitätsvoller Arbeit.

Die Störungsquellen sind vielfältig. Sie reichen von einer Überhäufung der Beschäftigten durch Zusatzaufgaben, ständigen technischen Problemen, falschen Zusammensetzungen in Großraumbüros bis hin zu Vorgesetzten, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind.

43 Prozent derjenigen, die bei ihrer Arbeit sehr häufig oder oft unterbrochen werden, empfinden dies als „starke“ oder „eher starke“ Belastung. Besonders häufig betroffen von Störungen im Arbeitsablauf sind Beschäftigte in den Bereich Informationstechnologie (79 Prozent), Telekommunikation (76 Prozent) und Finanzdienstleistungen.

Je häufiger Störungen und Unterbrechungen vorkommen, desto öfter berichten Betroffene vom Fehlen arbeitswichtiger Informationen. Auf die Frage „Inwieweit plant Ihr Vorgesetzter die Arbeit gut?“ gaben 39 Prozent eine negative Antwort („gar nicht“ sagen 13 Prozent, „in geringem Maß“ 26 Prozent). 61 Prozent zeigten sich mit der Arbeitsvorbereitung sehr zufrieden.

Auffällig in der Repräsentativbefragung ist die Störungshäufigkeit bei der digitalisierten Arbeit. In diesem Bereich klagen 62 Prozent der Befragten darüber, ihrer Arbeit nicht ungestört nachgehen zu können.

Wer nur in geringem Maße oder gar nicht mit digitalen Mitteln arbeitet, wird nur in 38 Prozent der Fälle gestört. Die Zahlen besagen allerdings nicht, ob die Störungen durch die Technik bewirkt werden oder mit den dortigen Arbeitsbedingungen zusammenhängen.

Weit über dem Durchschnitt liegen die Werte der Störungshäufigkeit bei Beschäftigten, die digitalisierungsbedingt mehrere Arbeitsvorgänge gleichzeitig bewältigen müssen (72 Prozent), die digitalisiert von zu Hause und unterwegs arbeiten (70 Prozent) und bei digital arbeitenden Menschen, die für ihren Arbeitgeber ständig erreichbar sein müssen (68 Prozent).