IfW: Deutsche Wirtschaft schrumpft

Der deutschen Wirtschaft steht nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) eines der schwächsten Jahre seit der Finanzkrise bevor. Die Konjunkturforscher des IfW rechnen für 2019 nur noch mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 0,4 Prozent, 0,2 Prozentpunkte weniger als bislang prognostiziert.

Solch schwache Zahlen gab es zuletzt 2013 im Zuge der Euro-Schuldenkrise. Mitte nächsten Jahres dürfte die Konjunktur aber wieder anziehen. 2021 zeichnet sich erstmals wieder ein Defizit in den öffentlichen Haushalten ab.

Belastend für die deutschen Wirtschaftsaussichten sei vor allem die durch Handelskonflikte und den Brexit vorherrschende politische Unsicherheit, wobei insbesondere Investitionen und Exporte unter Druck stehen. Hinzu kommen zyklische Faktoren, die dem vorangegangenen langen Aufschwung geschuldet sind. Im dritten Quartal 2019 zeichnet sich ein Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,3 Prozent ab, nach -0,1 Prozent im zweiten Quartal.

„Damit erfüllt Deutschland zwar formal die Definition einer ‚technischen Rezession‘, eine gesamtwirtschaftliche Unterauslastung der Kapazitäten ist damit aber noch nicht verbunden. Erst in einem solchen Fall könnte auch von einer Rezession im Sinne einer Konjunkturphase gesprochen werden“, sagte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am Kieler IfW, anlässlich der heute vorgestellten Konjunkturprognosen für Deutschland.