Heizen der Mietwohnung: Falsche Sparsamkeit kann schaden

Schon lange machen die Kosten für die Heizung einen wesentlichen Posten innerhalb der gesamten Wohnkosten aus.

Die drastisch gestiegenen Preise für Öl und Gas in den letzten Monaten haben diesen Anteil weiter ansteigen lassen. Und die Aussichten sind alles andere als optimistisch – vor allem die Unruhen in der arabischen Welt lassen ein weiteres Anziehen der Preisspirale befürchten. Dank eines kontinuierlich gestiegenen Umweltbewusstseins der Deutschen und jahrelanger Aufklärungsarbeit von Verbänden, darunter des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), ist Sparsamkeit beim Heizen heute für die meisten Mieter in Fleisch und Blut übergegangen. Die Eigentümer der Immobilien unterstützen dieses Bemühen durch umfangreiche Investitionen in energetisch hochwertige Sanierungen.

Für viele Mieter ist es zu einer festen und richtigen Gewohnheit geworden, morgens den Luftaustausch in der ganzen Wohnung durch kurzzeitiges Querlüften bei ausgeschalteter Heizung vorzunehmen. Die Temperatur in den am häufigsten genutzten Räumen muss nicht wesentlich mehr als 20 Grad Celsius betragen, damit man sich wohlfühlt. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte dabei zwischen 35 und 60 Prozent liegen. Zum Schlafen reichen 16 Grad aus.

„Doch übertriebene Sparsamkeit hat schädliche Folgen für Menschen und Bausubstanz“, warnt Karl-Heinz Weiss, Vorsitzender des IVD-Regionalverbandes Mitte-Ost. „Da kalte Luft weniger Wasserdampf aufnimmt als warme, schlägt sich bei niedrigen Außentemperaturen die überschüssige Feuchtigkeit an den kühlsten Stellen nieder.“ Selbst bei einem gut gedämmten Haus sind das zumeist die Bereiche um die Fenster. Wenn im Interesse niedriger Heizkosten die Wohnung dauerhaft unterkühlt und dann auch noch auf das Lüften verzichtet wird, um keine Wärme entweichen zu lassen, ist Schimmelbildung praktisch unvermeidlich. Dies ist gesundheitsschädlich und greift auch das Mauerwerk an.