Geld vom Bund für Thomas-Cook-Kunden

Der Bund will Pauschalurlauber des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook finanziell entschädigen. Kunden „sollen nicht auf den Schäden sitzenbleiben, die ihnen durch die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook entstanden sind“, teilte die Bundesregierung am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung mit.

Schäden „die nicht von anderer Seite ausgeglichen werden“, wird der Bund ersetzen, heißt es weiter. Dies sei ein Zeichen des Vertrauensschutzes und zur Vermeidung unzähliger jahrelanger Rechtsstreitigkeiten.

Damit will der Bund den Betrag übernehmen, der den betroffenen Kunden nicht von der Versicherung ersetzt wird. In Deutschland liegt die Haftungsgrenze von Versicherungen bei maximal 110 Millionen Euro und damit zu niedrig. Die Ansprüche der betroffenen Cook-Kunden sind deutlich höher.

Die Kunden müssen nicht selbst aktiv werden. Für die Abwicklung und Auszahlung soll ein möglichst einfaches und kostenfreies Verfahren bereitgestellt werden. Die Bundesregierung werde die betroffenen Kunden Anfang 2020 über die weiteren Schritte zur Abwicklung informieren.

Zurich erstattet 17,5 % der Ansprüche

Rund 140.000 Thomas Cook Pauschalreisende wurden während ihres Urlaubs von der Insolvenz ihres Reiseanbieters überrascht, weitaus mehr Thomas Cook Kunden konnten ihre gebuchten und angezahlten Reisen nicht mehr antreten.

Die Zurich Gruppe Deutschland habe als Versicherer im Rahmen der Reisesicherungsscheine von Beginn an alles unternommen, um Thomas Cook Kunden in dieser Situation zu unterstützen, teilte das Versicherungsunternehmen mit.

Zurich erstattet den Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook 17,5 Prozent ihrer Ansprüche. Das Reiseunternehmen habe bei Zurich eine Versicherungsdeckung mit einer Haftungsobergrenze von 110 Millionen Euro für alle Versicherungsfälle eines Geschäftsjahres vereinbart, so Zurich weiter.

Von der Gesamt-Haftungssumme habe man bereits 59,6 Millionen Euro für die Rückführungen von Thomas-Cook-Urlaubern aufgewendet. Den verbleibenden 50,4 Millionen Euro stehe nach vorläufigen Berechnungen eine Gesamtschadenhöhe von 287,4 Millionen Euro gegenüber, so der Versicherer.

Daraus ergebe sich eine Quote in Höhe von 17,5 Prozent für die Regulierung der Ansprüche der Thomas-Cook-Kunden. Man werde in den nächsten Tagen mit der Regulierung entsprechend der Quote beginnen, teilte Zurich weiter mit.