Europäer geben Milliarden für Drogen aus

Mindestens 30 Milliarden Euro gibt die europäische Bevölkerung jedes Jahr für Drogen aus. Das macht den Drogenmarkt zur Haupteinnahmequelle für kriminelle Organisationen in der Europäischen Union. Das geht aus dem aktuell vorgestellten EU-Drogenmarktbericht 2019 hervor, der von der EU-Drogenbeobachtungsstelle und der EU-Polizeibehörde Europol Anfang der Woche veröffentlicht wurde.

Der Bericht zeigt Trends entlang der Lieferkette von Produktion und Handel bis hin zu Vertrieb und Verkauf auf. Etwa zwei Fünftel des konsumierten Gesamtvolumens (39 Prozent) entfallen laut Bericht auf Cannabis, 31 Prozent auf Kokain, 25 Prozent auf Heroin und 5 Prozent auf Amphetamine und Ecstasy (MDMA).

Dem Bericht zufolge sind Globalisierung, Technologie/Innovation sowie kriminelle Instrumente drei Kräfte, die die Entwicklung des Drogenmarktes steuern und antreiben. Auf einem stärker global vernetzten und technologiefähigen Markt nutzen kriminelle Organisationen die Chancen, die sich aus der Ausweitung der Handelsmärkte, damit verbundenen logistischen Entwicklungen und der Digitalisierung ergeben.

Der Bericht schildert bedenkliche Entwicklungen durch die größere Diversifizierung des Drogenhandels auf dem Seeweg und den Missbrauch der allgemeinen Luftfahrt (z. B. Privatflugzeuge, Drohnen) für kriminelle Zwecke. Auch die Nutzung von Post- und Paketdiensten für die Beförderung von Drogen nimmt entsprechend dem wachsenden Trend zu Online-Einkäufen in Europa und dem größeren Warenverkehr rasch zu.

Surface-Web- und Darknet-Märkte sowie Social Media, Messaging-Services und mobile Apps ermöglichen den Verkauf von Drogen über das Internet. Neben Darknet-Märkten, die sich nach wie vor hartnäckig halten (rund zehn sind heute noch aktiv), sind inzwischen auch Online-Verkaufsshops und -märkte, die spezifische Nationalitäten und Sprachgruppen als Zielgruppe haben, in Erscheinung getreten.